Montag, 18. November 2019

Verteilnetzforum: Fehlende Akzeptanz und lange Verfahren sind eine Herausforderung

Am diesjährigen Verteilnetzforum in Zürich waren neben der Strategie für künftige Stromnetze und der Netzoptimierung auch die Verzögerungen beim Netzausbau ein grosses Thema. So legte Adrian Häsler, Head of Grid Infrastructure bei Swissgrid, dar, dass der Bau vieler neuer Leitungen von Einsprachen gebremst werde. Diese, so Häsler, könnten Bauprojekte auch kurz vor deren geplanten Umsetzung noch verzögern. Entscheiden müsse in solchen Fällen nicht selten das Bundesverwaltungsgericht. Manche Einsprachen würden auch bis ans Bundesgericht weitergezogen, was dann eine jahrelange Wartezeit mit sich bringe. "Es gibt immer jemanden, der den Netzausbau nicht toll findet", sagte Häsler.

Als einen der Hauptgründe für die Opposition gegen neue Leitungen nannte er Bedenken bezüglich der Auswirkungen auf die Gesundheit, aber auch auf die Natur. "Fehlende Akzeptanz und lange Verfahren sind für uns definitiv eine grosse Herausforderung", so Häsler. Zudem würden viele Meinungen unabhängig vom individuellen Projekt gefällt. Deshalb sei es wichtig, den Dialog mit allen Beteiligten schon zu suchen, bevor man ein konkretes Projekt in die Wege leite. "Eine offene und transparente Kommunikation ist zentral", so Häslers Schlussfolgerung. Man müsse dabei die wirtschaftlichste Lösung finden und gleichzeitig die Anliegen in Bezug auf die Umwelt berücksichtigen. Klar sei, dass Infrastrukturprojekte Zeit bräuchten.
 
Engpässe bei Übertragungsnetzen

Bis zum Jahr 2025 will Swissgrid rund 2,5 Mrd. Franken in den Netzausbau investieren. Die Gründe für den Ausbau sind nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiberin unter anderem die Inbetriebnahme neuer Grosskraftwerke, aber auch die Versorgung nachgelagerter Netze und der internationale Verbund. Handlungsbedarf besteht laut Häsler vor allem in einigen Regionen, wo es  bereits jetzt Engpässe im Übertragungsnetz gebe. Dazu zählt unter anderem das Unterwallis.










 
 
 


Der Meinung, dass man bezüglich neuer Projekte offen und transparent kommunizieren sollte, stimmte auch André Rast zu. Der Programmleiter Smart-Meter-Rollout bei der CKW wickelt den Austausch von rund 170.000 Zählern in den nächsten Jahren ab. Diese werden allesamt durch Smart Meter ersetzt, von denen heute rund 15.000 in Betrieb seien. Das Ziel sei, den Smart-Meter-Rollout bis 2024 abzuschliessen. Pro Woche, so Rast, würden rund 1.000 Zähler ersetzt. Umso wichtiger sei die Einbeziehung der Kunden in das Vorhaben, die neuen Zähler zu installieren. "Wir schreiben unsere Kunden an und informieren sie, dass sie einen Smart Meter mit Funktechnologie bekommen werden", sagte er. Bisher habe es kaum Opposition gegen die neuen Zähler gegeben.

(Michel Sutter, Redakteur, energate)

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